Der BMÖ Lieferanten-Nachhaltigkeitsfragebogen schafft Transparenz, reduziert Aufwand und unterstützt Unternehmen sowie Lieferanten dabei, Nachhaltigkeit effizient, rechtssicher und nachvollziehbar umzusetzen.
Der einheitliche Nachhaltigkeits‑Fragebogen wurde von führenden österreichischen Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen gemeinsam entwickelt, um die steigenden gesetzlichen Anforderungen effizient und praxisnah umzusetzen. Ziel ist es, die Vielzahl unterschiedlicher Lieferantenanfragen zu reduzieren und eine klare, standardisierte Grundlage für die Erhebung von Nachhaltigkeitsinformationen zu schaffen.
Der Fragebogen umfasst kompakte, auf das Wesentliche fokussierte Kernfragen basierend auf gesetzlichen Nachhaltigkeitsstandards (ESRS, VSME) und ist sowohl für Unternehmen unterschiedlicher Größe als auch – teilweise – auf Produktebene anwendbar. Er kann bestehende unternehmensspezifische Abfragen ersetzen und flexibel eingesetzt werden.
Damit trägt der Fragebogen dazu bei, den Aufwand für Lieferanten deutlich zu senken und gleichzeitig eine fundierte Datengrundlage für nachhaltigkeitsbezogene Entscheidungen und Berichtspflichten zu schaffen. Er wird laufend weiterentwickelt, um aktuellen Anforderungen gerecht zu bleiben.
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FAQs – BMÖ Lieferanten-Nachhaltigkeitsfragebogen
Der BMÖ Lieferanten-Nachhaltigkeitsfragebogen schafft Transparenz, reduziert Aufwand und unterstützt Unternehmen sowie Lieferanten dabei, Nachhaltigkeit effizient, rechtssicher und nachvollziehbar umzusetzen.
1. Warum wurde ein einheitlicher Fragebogen entwickelt?
Aufgrund neuer gesetzlicher Anforderungen im Bereich Nachhaltigkeit benötigen Unternehmen zunehmend Informationen von ihren Lieferanten. Da es bislang keine offiziellen, standardisierten Fragebögen gibt, haben viele große Unternehmen eigene Lösungen entwickelt. Das führte dazu, dass Lieferanten mit einer Vielzahl unterschiedlicher Fragen konfrontiert wurden – allein in einer Gruppe von acht Unternehmen waren es über 300 einzelne Fragen. Der einheitliche Fragebogen wurde entwickelt, um diese Komplexität zu reduzieren und den Aufwand für Lieferanten deutlich zu verringern. Ziel ist es, den Fokus stärker auf die tatsächliche Umsetzung von Nachhaltigkeitsmaßnahmen zu legen.
2. Wer hat den Fragebogen entwickelt?
Der Fragebogen wurde im Rahmen einer Arbeitsgruppe des BMÖ (Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik) erarbeitet. Beteiligt waren mehrere große österreichische Unternehmen, darunter:
- ASFINAG
- Doka
- EVN
- FCC
- ÖBB
- PORR
- Umdasch
- Voestalpine
- Wiener Stadtwerke
Diese Zusammenarbeit stellt sicher, dass der Fragebogen praxisnah und branchenübergreifend anwendbar ist.
3. Wie wurde der Fragebogen entwickelt?
Die Entwicklung erfolgte in mehreren strukturierten Schritten:
- Sammlung von rund 300 bestehenden Fragen aus unterschiedlichen Unternehmensfragebögen.
- Bündelung (Clustering) der Fragen nach Nachhaltigkeitsthemen.
- Abgleich mit relevanten Standards (z. B. VSME, ESRS) und – wo möglich – Übernahme der Originalformulierungen.
- Entwicklung von zwei Fragebogensets (siehe nächste Frage).
- Abstimmung innerhalb der Arbeitsgruppe sowie Einbindung interner Expert:innen (z. B. Nachhaltigkeit, Einkauf).
- Einarbeitung des Feedbacks – mit dem Ergebnis eines bewusst schlanken und praxistauglichen Fragebogens.
4. Welche Arten von Fragebögen gibt es?
Es wurden zwei getrennte Teile entwickelt:
- Unternehmensebene Für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie große Unternehmen geeignet
- Produktebene Speziell für große Unternehmen relevant
Insgesamt umfassen die beiden Teile 15 Fragen.
5. Wofür wird der Fragebogen eingesetzt?
Der Fragebogen dient dazu, Nachhaltigkeitsinformationen strukturiert und effizient zu erfassen. Typische Einsatzbereiche sind:
- Integration in Lieferantenmanagement- oder Prüfsysteme
- Erhebung von Nachhaltigkeitsdaten
- Unterstützung bei regulatorischen Anforderungen (z. B. Berichterstattung)
Er soll dabei bestehende, unternehmensspezifische Fragebögen möglichst ersetzen.
6. Müssen alle Fragen verwendet werden?
Nein. Unternehmen sind nicht verpflichtet, alle Fragen zu nutzen. Sie können:
- einzelne Fragen auswählen
- den Fragebogen an ihre spezifischen Anforderungen anpassen
Es wird jedoch empfohlen, zusätzliche Fragen nur dann aufzunehmen, wenn diese tatsächlich benötigt und ausgewertet werden, um unnötige Komplexität zu vermeiden.
7. Ersetzt der Fragebogen bestehende Nachhaltigkeitsbewertungen (z. B. EcoVadis)?
Nein. Der Fragebogen ist kein Ersatz für Bewertungen oder Zertifizierungssysteme wie EcoVadis.
Vielmehr ergänzt er diese, indem er:
- als Basis für weitere Maßnahmen wie der Einholung zusätzlicher Informationen dienen kann
- produktspezifische Nachhaltigkeitsdaten liefert (z. B. für Scope-3-Berechnungen).
8. Wird der Fragebogen weiterentwickelt?
Ja. Der Fragebogen wird laufend überprüft und an neue regulatorische Anforderungen sowie praktische Erfahrungen angepasst. Damit bleibt er langfristig relevant und praxistauglich.
9. Welchen Nutzen bringt der Fragebogen für Lieferanten?
Lieferanten profitieren insbesondere durch:
- weniger unterschiedliche Anfragen von verschiedenen Kundinnen und Kunden
- geringeren Zeitaufwand für die Beantwortung
- klarere und standardisierte Anforderungen
- stärkeren Fokus auf konkrete Verbesserungsmaßnahmen statt Bürokratie